Ein Hauch von New Orleans kehrt ein

Lillian Boutté und Christian Willisohn begeistern bei der „Blue Night at Gempt“

Von Detlef Dowidat

Lengerich. „What a wonderful audience“. Lillian Boutté verneigte sich vor dem Publikum und  klatschte anerkennend.   Die sympathische Sängerin aus New Orleans gab bescheiden zurück, was ihr der Auftritt bei der „Blue Night at Gempt“ gebracht hatte: „Es war ein wunderschöner Abend“. Die gut 400 Zuhörer erlebten die  Künstlerin in Höchstform, angetrieben von Christian Willisohn und der Band „Southern Spirit“. Alle zusammen setzten ein Highlight für die Gempt-Halle und gaben dem Veranstalter, dem Stadtmarketingverein Offensive, die Gewissheit, auf der richtigen Linie zu fahren: Der 31. Oktober soll künftig Termin sein für eine feste Veranstaltungsreihe, eben der „Blue Night at Gempt“.

Die Besucher waren sich an diesem letzten Oktoberabend in ihrer Beurteilung ziemlich einig. „Ein bemerkenswerter Abend“, „Eine tolle Sängerin“, „Die musikalische Leistung ist kaum zu überbieten“ waren nur einige wenige von vielen Kommentaren, die belegen, dass die Offensive mit ihrer Veranstaltung den Geschmack getroffen hat.

Den Grundstein für den erfolgreichen Abend legten die Musiker. Hinter Christian Willisohn, der mit höchster Musikalität, Kreativität und einer überlegenen  Virtuosität den Steinway-Flügel perfekt beherrschte, stand mit der Band „Southern Spirit“ ein Ensemble, das den höchsten Ansprüchen genügte.   Bodo Matzkeit (Schlagzeug), Matthias Engelhardt (Bass), Titus Vollmer (Gitarre), Reinhard Greiner (Trompete) und  Thilo Kreitmeier (Tenor-Saxofon,  Flöte) beeindruckten in allen Phasen des gelungenen Konzertabends.

Vom ersten Tastenschlag an präsentierte sich Christian Willisohn voll auf der Höhe. Das merkte das Publikum und ging sofort begeistert mit. Der Pianist und Sänger führte  mit seinen Kompositionen von den ursprünglichen Wurzeln des Blues   zu den unzähligen Facetten dieser Musik. Dabei brachen   musikalische Einflüsse  von New Orleans  durch, die  nicht nur  auf dem Flügel   sondern auch mit seiner Stimme, die „reif wie guter Whisky“ wirkte, deutlich wurden. Willisohn, den die Tasten scheinbar magisch anziehen und nie loslassen,  spielte den Blues nicht nur, sondern lebte ihn.

Genauso wie Lillian  Boutté, die mit einer Leichtigkeit auch schwierigste Liedstücke zum Besten gab.  Ihr Auftreten hatte  eine unglaubliche Originalität.  Ihre Stimme war unverkennbar. Das alles bekamen die Besucher an diesem Abend hautnah zu spüren.    Durch ihre einzigartige Ausstrahlung auf der Bühne konnte  sich keiner ihrem Charme entziehen, weder die Band, noch Christian Willisohn und vor allem nicht das Lengericher  Publikum. 

Das fühlte sich in der einstigen Industriehalle ausgesprochen wohl. Sicherlich auch Dank einer gelungenen Dekoration. Wer die Halle betrat, wähnte sich fast in der ehemaligen Gießerei. Ein Beamer warf ein altes Bild von der Industrieanlage an die Stirnwand. Die Besucher im Sitzplatzbereich nahmen Platz an kleinen Bistro-Tischen oder verfolgten im Stehplatzbereich den Abend an Stehtischen. Die Halle selbst war in blaues Licht gehüllt, entsprechend dem Thema „Blue Night at Gempt“.

Lob heimste die „Busy Bee Bigband“ unter Leitung von Werner Balske ein, die das Vorprogramm gestaltete. „Erstklassiger Sound“, freute sich Christian Willisohn. Mit Stücken wie „Jailhouse Rock“ oder „Choo Choo Ch’Boogie“ stimmten  sie auf das große Konzert ein.

Offensive-Vorsitzender Wilhelm Möhrke sprach einen  besonderen Dank an die Unterstützer des Abends aus. Er lobte insbesondere den Einsatz von Iris Debbert und Dieter Rogge, die maßgeblich für die  Ausgestaltung der Halle sorgten.

In stimmungsvolles Blau gehüllt war die Gempt-Halle anlässlich der „Blue Night“, die zu einem vollen Erfolg wurde.

Lillian Boutté und Christian Willisohn verwöhnten des Publikum mit erstklassigem Blues.

Die Besucher kamen bei der „Blue Night at Gempt“ voll auf ihre Kosten und gingen begeistert mit.

Die „Busy Bee Bigband“ unter Leitung von Werner Balske sorgte für die passende Einstimmung des Abends.Fotos: Dowidat